Am Eingang des Vinschgaus, dort wo die Passer bei Rabland in die Etsch mündet, liegt Partschins – ein Ort, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber auf kleinem Raum eine ungewöhnliche Vielfalt bietet. Wasserfall, historische Handwerkskunst und ein Naturpark mit alpinen Höhenlagen liegen hier so nah beieinander, dass sich ein Aufenthalt kaum auf einen einzigen Programmpunkt reduzieren lässt.

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Wer nach einem Ausgangspunkt für die Umgebung sucht, findet in Partschins selbst mehrere Unterkünfte mit direktem Bezug zur Landschaft. Wer beispielsweise Wert auf eine ruhige Lage nahe der Waalwege legt, wird mit diesem Hotel in Partschins fündig, das sich als Basis für Tagesausflüge in alle Richtungen des Tals anbietet.
Der Wasserfall als Wahrzeichen des Ortes
Mit einer Fallhöhe von rund 97 Metern zählt der Partschinser Wasserfall zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen im gesamten Alpenraum. Der Weg dorthin führt vom Ortszentrum aus über gut gesicherte Pfade und ist in etwa einer bis anderthalb Stunden zu erwandern, wobei sich das Rauschen des Wassers schon von Weitem ankündigt.
Gerade in den wärmeren Monaten sorgt die feine Gischt am Fuß des Falls für spürbare Abkühlung, was den Ort zu einem beliebten Ziel für kürzere Wanderungen macht, die sich auch an heißen Tagen gut bewältigen lassen.
Ein kleiner Aussichtspunkt etwa auf halber Strecke erlaubt zudem einen Blick zurück ins Tal, bevor der Pfad die letzten Meter näher an die Fallkante heranführt. Wer früh am Morgen aufbricht, hat die Aussichtspunkte meist für sich allein, während sich am Nachmittag deutlich mehr Tagesgäste auf dem Weg befinden.
Zwischen Talboden und Texelgruppe
Über die Texelbahn erreicht man von Partschins aus in kurzer Zeit deutlich höhere Lagen, die als Ausgangspunkt für anspruchsvollere Touren im Naturpark Texelgruppe dienen. Damit ist der Ort gleichermaßen für gemütliche Talwanderungen wie für alpine Mehrtagestouren geeignet, ohne dass ein Ortswechsel notwendig wäre.
Die historischen Waalwege, ursprünglich zur Bewässerung der Obstplantagen angelegt, führen dagegen flach und schattig durch die Landschaft und eignen sich besonders für längere Spaziergänge ohne große Höhenunterschiede. Der Partschinser Waal gilt dabei als einer der ältesten noch genutzten Bewässerungskanäle der gesamten Sonnenseite des Vinschgaus.
Neben dem Partschinser Waal führt auch der Rabländer Waal durch die Obstwiesen der Umgebung und verbindet dabei mehrere kleine Weiler, die abseits der Hauptwege kaum touristisch erschlossen sind. Für längere Tagesausflüge lassen sich beide Wege ohne Weiteres miteinander kombinieren.
Handwerk und Geschichte in den Gassen
Im Ortskern erinnert das Schreibmaschinenmuseum an Peter Mitterhofer, der im 19. Jahrhundert eine der ersten funktionsfähigen Schreibmaschinen entwickelte. Über mehrere Stockwerke zeigt das Museum historische Modelle, die einen ungewöhnlichen Kontrast zur alpinen Umgebung des Ortes bilden.
Auch die Pfarrkirche, erstmals 1264 erwähnt und im späten Mittelalter im gotischen Stil umgestaltet, sowie der Ansitz Stachelburg mit seinem angeschlossenen Weingut zeugen von einer Ortsgeschichte, die deutlich über den touristischen Rahmen hinausreicht.
Im Ortsteil Rabland ergänzt zudem eine der größten Modelleisenbahnanlagen Italiens das kulturelle Angebot und zeigt auf mehreren hundert Quadratmetern detailgetreu nachgebildete Landschaften, was besonders an Regentagen eine willkommene Ausweichmöglichkeit bietet.
Ein Ort für unterschiedliche Reisetempi
Was Partschins von vielen anderen Orten im Vinschgau unterscheidet, ist die Möglichkeit, innerhalb weniger Kilometer zwischen ruhigem Talleben und anspruchsvollem Hochgebirge zu wechseln. Ein Vormittag am Wasserfall, ein Nachmittag auf dem Waalweg und ein Bergtag über der Texelbahn lassen sich innerhalb einer Woche problemlos kombinieren, ohne dass die Anfahrtswege lang wären.
Für alle, die eher auf Entschleunigung setzen, bieten die schattigen Waalwege und die kleinen Weiler oberhalb des Ortskerns genügend Rückzugsorte, an denen sich die Betriebsamkeit der bekannteren Ferienorte des Tals kaum bemerkbar macht. Selbst in den Sommermonaten, wenn das benachbarte Meran deutlich voller wird, bleibt Partschins dadurch ein Ort, an dem sich Aktivurlaub und ruhige Tage ohne größeren Aufwand miteinander verbinden lassen.





