Vielmehr stehen Ruhe und Erholung im Mittelpunkt eines Azorenurlaubs. Dabei schätzen Touristen vor allem die Landschaft mit blühenden Hortensienhecken, Kraterseen und viel Grün. Dabei kann jede der Azoren Inseln mit anderen Pfunden wuchern.

(© Henner Damke – Shutterstock.com)
Deshalb lohnt es sich, während des Urlaubs gleich mehrere der Eilande zu besuchen. Als ideale Reisezeit gilt der Juli. Dann präsentieren sich die Azoren von ihrer schönsten Seite – alles blüht und in der Luft liegt der Duft frischer Kräuter und Blumen. Diese Vorzüge wissen vor allem Wanderer zu schätzen. Sie können an geführten Touren teilnehmen oder anhand von Wanderkarten, die es im Buchhandel gibt, selbst die Route bestimmen.
Die Landschaften der Azoren – Vulkane, Kraterseen und grüne Weiten
Die Landschaften der Azoren zeichnen sich durch eine eindrucksvolle Vielfalt aus, die von der vulkanischen Herkunft der Inseln geprägt ist. Auf São Miguel, der größten Insel des Archipels, stoßen Besucher auf den berühmten Kratersee Sete Cidades. Zwei verschiedenfarbige Seen, umgeben von steilen Berghängen und dichten Hortensienhecken, bilden eine der bekanntesten Naturkulissen der Region. Die Terra-Nostra-Gärten im Furnas-Tal bieten eine botanische Oase, in der heiße Thermalquellen und exotische Pflanzen zusammenkommen.

(© Mikadun – Shutterstock.com)
Pico, benannt nach dem markanten Vulkan, ist die zweithöchste Insel und Heimat des höchsten Berges Portugals. Der 2.351 Meter hohe Pico dominiert das Landschaftsbild und bietet ambitionierten Wanderern spektakuläre Aufstiege. Die Weinanbaugebiete am Fuß des Vulkans, mit ihren charakteristischen schwarzen Basaltmauern, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Auch die kleineren Inseln wie Flores, bekannt für ihre Wasserfälle und üppige Vegetation, oder Corvo mit seinem imposanten Vulkankrater, tragen zur landschaftlichen Vielfalt bei. Jede Insel besticht durch eigene geologische Besonderheiten – von Lavatunneln über Fumarolen bis hin zu schwarzen Sandstränden und grünen Hochweiden. Diese abwechslungsreichen Naturräume machen die Azoren zu einem Paradies für Wanderer, Fotografen und Entdecker.
Die Azoren Inseln im Einzelnen
Inseln im Vergleich:
| Name der Insel | Wetter/Temperaturen | Geeignet für | Attraktionen |
| São Miguel | Mild, 16–25°C, wechselhaft | Naturfreunde, Wanderer | Furnas, Sete Cidades, Teeplantagen |
| Pico | Kühl, 14–24°C, windig | Bergsteiger, Weinliebhaber | Pico-Berg, Weinanbau, Walfangmuseum |
| Terceira | Mild, 15–24°C, feucht | Kulturliebhaber, Familien | Angra do Heroísmo, Vulkanhöhlen |
| Faial | Mild, 15–24°C, windig | Segler, Naturfreunde | Horta, Caldeira, Yachthafen |
| São Jorge | Frisch, 13–23°C, regenreich | Wanderer, Ruhesuchende | Fajãs, Klippen, Käserei |
| Flores | Feucht, 13–22°C, regenreich | Naturliebhaber, Fotografen | Wasserfälle, Seen, Blumenvielfalt |
| Graciosa | Mild, 14–23°C, trocken | Ruhesuchende, Genießer | Vulkanhöhle, Windmühlen, Wein |
Corvo: Für einen Urlaub ist die Insel Corvo nicht geeignet, wohl aber für einen Tagesauflug, den man von Flores aus starten kann. Denn es gibt keine Hotels auf der kleinsten der Azoren Inseln.
Flores: Flores ist eine Insel der Gegensätze: Einerseits eine bunte Farbenvielfalt dank der Blumen, andererseits gibt es viele eher karge Stellen. Das sorgt für Abwechslung beim Wandern auf den Azoren. Abkühlen kann man sich im Meer in einer der Badestellen. Strände gibt es nicht.
Graciosa: Die Insel ist bekannt für die vielen Windmühlen, deren rote Dächer schon von weitem zu sehen sind. Ihnen begegnet man überall. Bei einer Wanderung gehört die 80 Meter tiefe Schwefelgrotte „Furna do Enxofre“ auf jeden Falls ins Programm. Wenn es sich einrichten lässt, sollte man zur Karnevalszeit anreisen, dann wird überall auf der Insel gefeiert.
Terceira: Terceira ist eine der beiden Hauptinseln der Azoren. Sie ist landschaftlich vielleicht nicht ganz so interessant wie die Nachbarinseln, hat dafür aber ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten, angefangen beim Golf über Reiten bis hin zum Hochseefischen. Natürlich wird auch auf Terceira der Wanderurlaub großgeschrieben.
Sao Jorge: Die Insel Sao Jorge wartet mit einem sehr dichten Wegenetz auf, ist ansonsten aber in touristischer Hinsicht wenig erschlossen. Das spricht für die Insel, die viele Motive für Fotografen bietet. Dazu zählen in erster Linie die vielen Hügel und Vulkankegel, von denen aus man eine hervorragende Aussicht genießt.
Faial: „Blaue Insel“ nennt man Faial, was auf die vielen blauen Hortensien, die hier blühen zurückzuführen ist. Beliebt ist sie vor allem bei Seglern, die Zwischenstation machen, wenn sie den Atlantik überqueren. Urlauber finden hier nicht nur Natur, sondern auch eine Reihe von Museen vor.
Pico: Wein und Wale sind nur zwei Aspekte, die für Pico sprechen. Die Azoren Insel mit den über 100 Vulkanen lädt unter anderem zum Whale-Whatching. Die Fischer bieten Ausflüge aufs Meer an. Statt die Wale zu jagen wie es noch bis 1983 der Fall war, werde sie jetzt beobachtet und sind eine der Attraktionen.
Sao Miguel: Dichte Wälder prägen das Bild von Sao Miguel, der größten Azoren-Insel mit dem Beinamen „grüne Insel“. Hauptstadt ist Ponta Delgada mit einer schönen Altstadt, der Hafenburg und Palästen. Ganz in der Nähe befindet sich auch der internationale Flughafen. Insgesamt ist Sao Miguel die touristisch am besten erschlossene Insel der Azoren.
Santa Maria: Santa Maria ist eine der wenigen Azoreninseln, die über Sandstrände verfügen. Zudem bietet sie die meisten Sonnenstunden und ist sehr gut erschlossen. Dennoch ist Santa Maria nicht überlaufen, sondern verspricht sehr viel Ruhe.
Klima und beste Reisezeit – Zwischen milden Wintern und angenehmen Sommern
Das Klima der Azoren wird vom Golfstrom beeinflusst und gilt als ganzjährig mild. Die Temperaturen bewegen sich im Sommer meist zwischen 22 und 26 Grad Celsius, während sie im Winter selten unter 14 Grad fallen. Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt für eine üppige Vegetation und regelmäßige, jedoch meist kurze Regenschauer. Das Wetter kann innerhalb eines Tages mehrfach wechseln – ein Phänomen, das auf den Inseln liebevoll als „vier Jahreszeiten an einem Tag“ beschrieben wird.
Die beste Reisezeit hängt von den geplanten Aktivitäten ab. Wanderer und Naturliebhaber bevorzugen häufig das späte Frühjahr sowie den Frühsommer, wenn die Hortensien blühen und die Landschaft besonders grün erscheint. Badefreunde schätzen die Monate Juli bis September, wenn das Meer angenehme Temperaturen erreicht. Für das Beobachten von Walen und Delfinen bieten sich vor allem die Monate April bis Oktober an, da zu dieser Zeit zahlreiche Meeressäuger die Gewässer rund um die Inseln durchqueren.
Eine Übersicht bietet folgende Tabelle:
|
Monat
|
Ø-Temperatur
|
Regentage
|
Besonderheiten
|
|---|---|---|---|
|
Mai–Juni
|
17–22 °C
|
7–10
|
Hortensienblüte
|
|
Juli–Sept.
|
21–26 °C
|
4–7
|
Badetemperaturen, Festivals
|
|
Okt.–Dez.
|
16–21 °C
|
10–14
|
Walbeobachtung
|
|
Jan.–Apr.
|
13–18 °C
|
11–15
|
Grüne Landschaften
|
Ein Regenschutz gehört unabhängig von der Jahreszeit ins Gepäck, denn spontane Wetterumschwünge sind auf den Azoren keine Seltenheit.
Aktivitäten und Erlebnisse – Von Wandern bis Whale Watching
Die Azoren laden zu einer Vielzahl an Aktivitäten ein, die eng mit der Natur verbunden sind. Wandern zählt zu den beliebtesten Möglichkeiten, die Inseln zu erkunden. Über 60 offiziell markierte Wanderwege führen durch Lorbeerwälder, entlang von Kraterseen oder auf die Gipfel ehemaliger Vulkane. Besonders spektakulär sind Routen auf São Miguel, Pico und Faial, wo unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für Einsteiger wie erfahrene Bergwanderer geboten werden.
Ein weiteres Highlight ist das Whale Watching. Die Gewässer rund um die Azoren gelten als einer der weltweit besten Orte zur Beobachtung von Walen und Delfinen. Über 20 verschiedene Arten lassen sich mit etwas Glück sichten, darunter Pottwale, Blauwale und Große Tümmler. Zahlreiche Anbieter organisieren geführte Touren ab Ponta Delgada, Horta und Lajes do Pico. Neben den Meeressäugern fasziniert auch die reiche Vogelwelt, darunter seltene Seevögel und endemische Arten.
Wer das Element Wasser liebt, findet auf den Azoren ideale Bedingungen zum Tauchen, Schnorcheln und Surfen. Unterwasserhöhlen, Steilwände und Schiffswracks bieten spannende Tauchreviere. Auch Canyoning in den wasserreichen Schluchten von Flores oder das Baden in natürlichen Felsenpools auf São Jorge sorgen für Abwechslung. Für Radfahrer stehen anspruchsvolle Routen durch hügelige Landschaften bereit, während Reiter die Vulkanlandschaften aus einer neuen Perspektive entdecken können.
Kulinarik und regionale Spezialitäten – Geschmackserlebnisse im Atlantik
Die Küche der Azoren spiegelt die Traditionen und Ressourcen der Inseln wider. Frischer Fisch und Meeresfrüchte stehen im Mittelpunkt vieler Gerichte. Besonders beliebt sind Thunfisch, Makrele, Lapas (Napfschnecken) und Polvo (Oktopus), häufig zubereitet mit regionalen Kräutern und Olivenöl. Das Gericht „Cozido das Furnas“ ist eine Besonderheit: Fleisch, Wurst und Gemüse garen mehrere Stunden in Erdlöchern, die von vulkanischer Hitze gespeist werden.

(© gg-foto -Shutterstock.com)
Auch Milchprodukte genießen einen exzellenten Ruf. Die Kühe weiden ganzjährig auf saftigen Wiesen, was den Käsesorten, allen voran dem „Queijo São Jorge“, einen charakteristischen Geschmack verleiht. Süßspeisen wie „Queijadas de Vila Franca“ oder Ananas aus regionalem Anbau runden das Angebot ab.
Eine Auswahl regionaler Spezialitäten:
- Cozido das Furnas (erdgegarter Eintopf)
- Queijo São Jorge (Käse von São Jorge)
- Bolos Lêvedos (süße Hefebrötchen)
- Ananas aus São Miguel
- Gorreana-Tee (Europas älteste Teeplantage)
- Pico-Wein (aus den Vulkanfeldern Picos)
Viele Restaurants legen Wert auf saisonale und lokale Zutaten. Wer die Märkte besucht, entdeckt frisches Obst, Honig, Marmeladen und handwerklich hergestellte Produkte, die den Geschmack der Inseln
Kulturelles Erbe und Traditionen – Feste, Architektur und Handwerk
Das kulturelle Leben der Azoren ist reich an Traditionen, die sich im Alltag, in Festen und im Handwerk widerspiegeln. Historische Städte wie Angra do Heroísmo auf Terceira, deren Altstadt zum UNESCO-Welterbe zählt, zeugen von der langen Seefahrtsgeschichte der Inseln. Prachtvolle Kirchen, mit Azulejos geschmückte Fassaden und bunte Häuserfronten prägen das Stadtbild vieler Orte.

(© Andre Goncalves – Shutterstock.com)
Zahlreiche religiöse und weltliche Feste bestimmen den Jahreslauf. Besonders bedeutend sind die „Festas do Espírito Santo“, die auf allen Inseln gefeiert werden und mit farbenfrohen Prozessionen, Musik und traditionellen Speisen verbunden sind. Auch das internationale Segelrennen „Regata da Horta“ auf Faial zieht jedes Jahr Segler aus aller Welt an.
Das Handwerk der Azoren ist vielfältig: Spitze aus Pico, Keramik aus Lagoa oder die kunstvollen Strohflechtarbeiten von Terceira sind beliebte Mitbringsel. Musik und Tanz spielen eine zentrale Rolle, etwa beim „Chamarrita“, einem traditionellen Volkstanz, der bei Festen nicht fehlen darf. Museen und kleine Galerien geben Einblicke in die Geschichte, die Seefahrt und das Alltagsleben der Inselbewohner.

Praktische Informationen und Anreise
Die Anreise auf die Azoren erfolgt in der Regel per Flugzeug. Mehrere internationale Flüge verbinden europäische Großstädte mit Ponta Delgada auf São Miguel. Weitere Flughäfen befinden sich auf Terceira, Faial und Pico. Zwischen den Inseln bestehen regelmäßige Flugverbindungen sowie Fährdienste, die das Inselhopping ermöglichen. Mietwagen sind auf den meisten Inseln empfehlenswert, um abgelegene Orte flexibel zu erreichen.
Die Azoren gehören zu Portugal und somit zur Europäischen Union. Für EU-Bürger genügt ein Personalausweis oder Reisepass. Die Landeswährung ist der Euro. Die medizinische Versorgung entspricht europäischen Standards, Apotheken und Ärzte finden sich in allen größeren Orten.
Praktische Hinweise auf einen Blick:
|
Thema
|
Information
|
|---|---|
|
Anreise
|
Direktflüge nach Ponta Delgada, Inselflüge/Fähren
|
|
Beste Reisezeit
|
Mai bis Oktober
|
|
Sprache
|
Portugiesisch (Englisch wird häufig verstanden)
|
|
Währung
|
Euro
|
|
Zeitzone
|
UTC -1
|
|
Strom
|
230V, Eurostecker
|
|
Verkehr
|
Rechtsverkehr, Mietwagen empfohlen
|
Die Azoren gelten als sicheres Reiseziel mit einer entspannten Atmosphäre. Die touristische Infrastruktur ist gut entwickelt, bleibt aber angenehm überschaubar. Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle: Viele Unterkünfte und Anbieter setzen auf umweltfreundliche Konzepte, um die Natur der Inseln langfristig zu bewahren.

