„Grüne Insel“ wird Korfu dank ihrer reichen Vegetation genannt. Das mag mit daran liegen, dass Korfu im Gegensatz zu den anderen Inseln Griechenlands weitaus mehr Regentage aufweist. Laut Klimatabelle müssen Urlauber ab September damit rechnen, dass sie häufiger den Regenschirm benötigen. Während der Sommermonate von Mai bis August sind es im Schnitt ein bis zwei Tage, die übrige Zeit des Jahres fünf bis 15 Tage, an denen es regnet. Trotzdem darf man sich in der Hauptsaison auf sehr viel Sonne freuen. Bis zu zwölf Stunden am Tag scheint sie vom strahlend blauen Himmel herab und heizt die Luft bis auf 32 und das Wasser auf rund 24 Grad Celsius auf.
Korfu liegt im ionischen Meer und gehört damit zu den ionischen Inseln. Sie ist 62 Kilometer lang und bis zu 28 Kilometer breit. Die etwa 113.000 Einwohner leben in erster Linie vom Tourismus. Ein zweites Standbein ist der Anbau von Oliven und Herstellung feinster Olivenöle. Besonders beliebt ist die Insel bei Urlaubern aus Großbritannien. An zweiter Stelle rangieren deutsche Touristen. Die meisten kommen über den internationalen Flughafen auf die Insel. Dank des großen Yachthafens haben allerdings auch viele Segler die Insel für sich entdeckt.
Inhalt
- Geographie und Landschaften: Von Olivenhainen bis Steilküste
- Geschichte und kulturelles Erbe: Kerkyra als Insel mit vielen Einflüssen
- Strände und Badeparadiese: Von lebhaft bis abgelegen
- Wandern und Naturerlebnisse: Corfu Trail und Korission-See
- Dörfer und Lebensart: Tradition, Feste und „Filoxenia“
- Kulinarik auf Korfu: Pastitsada, Olivenöl und Kumquat
- Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten: Museen, Musik und Wassersport
- Ausflüge und Geheimtipps: Old Perithia, Kassiopi und Kap Drastis
- Reisezeit und Klima: Wann Korfu am besten passt
- Anreise und Mobilität: Flug, Fähre und Fortbewegung vor Ort
- FAQ
Geographie und Landschaften: Von Olivenhainen bis Steilküste
Korfu ist etwa 585 Quadratkilometer groß und erstreckt sich rund 60 Kilometer von Norden nach Süden. Die Küste bildet unzählige Buchten, teils nur per Boot erreichbar. Charakteristisch ist die üppige Vegetation: Über drei Millionen Olivenbäume prägen das Inselbild. Im Norden liegt der Pantokrator (906 Meter), der höchste Berg Korfus, mit Blick bis nach Albanien; der Süden wirkt mit sanften Hügeln, Ebenen und Lagunen ruhiger.
Die Westküste steht für dramatische Steilküsten, versteckte Sandstrände und türkisfarbenes Wasser, die Ostküste ist flacher und bekannt für Fischerdörfer. Ein Klassiker ist Kanoni mit dem Blick auf das Kloster Vlacherna und die Mäuseinsel (Pontikonisi) – eines der bekanntesten Motive Griechenlands.
Geschichte und kulturelles Erbe: Kerkyra als Insel mit vielen Einflüssen
Korfu war schon in der Antike ein Handelsstützpunkt; auch Mythen gehören zur Inselerzählung, etwa die Legende, Odysseus sei hier an Land gegangen. Byzantiner, Venezianer, Franzosen und Briten prägten später Architektur und Lebensgefühl – diese Mischung macht Korfus Flair bis heute aus.
Zentrum ist Kerkyra-Stadt: Die Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2007) begeistert mit „Kantounia“ (engen Gassen), pastellfarbenen Häusern, Arkadengängen und Plätzen. Über der Stadt liegen die venezianischen Festungen (Alte und Neue Festung). In der Mitte befindet sich die Spianada, der größte Platz Griechenlands, gesäumt von eleganten Gebäuden im französischen Stil – Treffpunkt zum Flanieren und Verweilen.
Ein weiteres Highlight ist das Achilleion, der Palast, den Kaiserin Elisabeth („Sisi“) im 19. Jahrhundert als Rückzugsort erbauen ließ. Gärten und Skulpturen, darunter der „Sterbende Achill“, unterstreichen den klassischen Korfu-Mythos von Schönheit und Harmonie.

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Strände und Badeparadiese: Von lebhaft bis abgelegen
Korfu bietet Strandtypen für unterschiedliche Reisestile – vom Badeort bis zur stillen Bucht. Im Norden liegen Sidari und Acharavi; bei Sidari befindet sich auch der Canal d’Amour, eine Felsformation mit der bekannten Paare-Legende (gemeinsam hindurchschwimmen, für immer zusammenbleiben).
An der Westküste ist Paleokastritsa berühmt für smaragdgrünes Wasser, umgeben von Olivenhainen und Zypressen; per Boot lassen sich Grotten entdecken. Im Süden findest du lange Sandstrände wie Agios Georgios oder Issos, beliebt bei Wind- und Kitesurfern. Familien mögen Glyfada wegen des flach abfallenden Ufers, während Individualisten Buchten wie Myrtiotissa suchen, die oft nur zu Fuß erreichbar sind.

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Wandern und Naturerlebnisse: Corfu Trail und Korission-See
Wer Korfu jenseits der Küste erleben will, geht ins Inselinnere. Der Corfu Trail (rund 220 Kilometer) ist ein Weitwanderweg von Süden nach Norden durch Olivenhaine, Weinberge, Dörfer und Kräuterwiesen. Im Frühling wirkt Korfu besonders grün und blütenreich – mit wilden Orchideen, Mohnblumen und Lilien.
Im Süden liegt außerdem das Feuchtgebiet am Korission-See, ein Gebiet für Vogelbeobachtung; genannt werden Schildkröten, Reiher und seltene Schmetterlinge. Für mehr Action bieten sich Mountainbike-Touren, Reiten oder Tauchen an.
Dörfer und Lebensart: Tradition, Feste und „Filoxenia“
Abseits der touristischen Zentren zeigen Orte wie Lakones, Afionas oder Pelekas ein ruhigeres Korfu: Dorfleben unter Platanen, griechischer Kaffee, Gespräche – und „Filoxenia“, die griechische Gastfreundschaft.
Im Sommer finden in vielen Dörfern Feste mit Musik, Tanz und regionalen Spezialitäten statt. Wichtig ist auch das Fest zu Ehren des Heiligen Spyridon, Schutzpatron der Insel: In Kerkyra-Stadt ziehen Prozessionen mit seiner Reliquie durch die Straßen, begleitet von Blaskapellen, die zum kulturellen Erbe Korfus gehören.
Kulinarik auf Korfu: Pastitsada, Olivenöl und Kumquat
Die korfiotische Küche verbindet griechische Kochkunst mit venezianischen, französischen und britischen Einflüssen. Typische Gerichte sind Pastitsada (Schmorgericht mit Rindfleisch und Nudeln in pikanter Tomatensauce, gewürzt mit Zimt und Nelken), Sofrito (Rindfleisch in Weißweinsauce mit Knoblauch und Petersilie) und Bourdeto (scharfer Fischeintopf).
Olivenöl gilt als „Seele“ der Küche und wird als mild und fruchtig beschrieben, weil Oliven meist von Hand geerntet und kalt gepresst werden. Ein Markenzeichen ist die Kumquat (von den Briten eingeführte Zitrusfrucht): Daraus entstehen Liköre, Marmeladen und Süßigkeiten – beliebt als Mitbringsel. Dazu kommen täglich angelandeter Fisch und Meeresfrüchte, lokaler Weißwein oder der süße Dessertwein „Verdea“; zum Abschluss passt Tsipouro (Tresterbrand).
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten: Museen, Musik und Wassersport
Korfu ist nicht nur Badeinsel. Für Kultur lohnt das Archäologische Museum mit Funden aus der Antike. Das Museum für Asiatische Kunst befindet sich im Palast des britischen Hochkommissars und zeigt eine der bedeutendsten Sammlungen fernöstlicher Kunst Europas.
Musikalisch setzt das internationale Musikfestival im Herbst Akzente, wenn Orchester und Solisten die Altstadt bespielen. Im Sommer ergänzen Open-Air-Kinos, Theater und Kunstausstellungen das Programm. Aktiv geht es beim Segeln, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling zu; für Perspektivwechsel wird ein Gleitschirmflug über die Bucht von Paleokastritsa genannt.
Ausflüge und Geheimtipps: Old Perithia, Kassiopi und Kap Drastis
Für einen Ausflug „wie in die Vergangenheit“ gilt Old Perithia: Steinhäuser und eine verwitterte Dorfkirche erinnern an Zeiten, in denen man sich vor Piraten ins Inselinnere zurückzog; heute laden Tavernen ein.
Im Nordosten vermittelt Kassiopi mit Uferpromenade und Burgruine einen Hauch Italien bzw. venezianischen Fischerhafen-Flair – inklusive weiter Meerblicke. Naturfans zieht es zum Kap Drastis im Nordwesten mit bizarren Felsformationen, klarem Wasser und einsamen Stränden. Ebenfalls erwähnt wird eine Bootsfahrt zu den Diapontischen Inseln für Ruhe und unberührte Natur.
Reisezeit und Klima: Wann Korfu am besten passt
Korfu hat mediterranes Klima: heiße, trockene Sommer und milde, regenreiche Winter. Als beste Reisezeit gilt Mai bis Oktober. Der Frühling ist besonders grün, der Sommer ist ideal zum Baden, und der Herbst bietet oft warme Temperaturen bei weniger Andrang. Auch im Winter bleibt es mild und eignet sich für Spaziergänge in ruhiger Atmosphäre.
Anreise und Mobilität: Flug, Fähre und Fortbewegung vor Ort
Per Flug erreichst du Korfu über den internationalen Flughafen Ioannis Kapodistrias, wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt, mit Direktverbindungen aus vielen europäischen Städten. Alternativ gibt es Fähren vom griechischen Festland (Igoumenitsa oder Patras) sowie aus Italien (Bari, Ancona, Venedig).
Vor Ort bietet ein Mietwagen die meiste Flexibilität. Das Straßennetz ist insgesamt gut nutzbar, in Bergdörfern aber oft schmal und kurvenreich. Als Alternativen werden öffentliche Busse, Fahrrad und Motorroller genannt.
FAQ
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Korfu?
Zu den zentralen Highlights zählen Kerkyra-Stadt mit UNESCO-Altstadt (seit 2007), die Alte und Neue venezianische Festung, die Spianada sowie das Achilleion.
Wann ist die beste Reisezeit für Korfu?
Die beste Reisezeit wird mit Mai bis Oktober angegeben; Frühling ist besonders grün, Sommer eignet sich zum Baden, Herbst ist oft warm und weniger voll.
Wie kommt man nach Korfu und wie bewegt man sich auf der Insel?
Anreise per Flug über den Flughafen Ioannis Kapodistrias oder per Fähre vom griechischen Festland (Igoumenitsa, Patras) bzw. aus Italien (Bari, Ancona, Venedig). Vor Ort ist ein Mietwagen praktisch, alternativ funktionieren Bus, Fahrrad oder Motorroller.






